Bäume fürs Aulheimer Tälchen

 

Mainz. Im Anschluss an das Naturschutzgebiet Aulheimer Tälchen gibt es eine neue landschaftliche und ökologische Sehenswürdigkeit. Die gemeinnützige Stiftung Wald zum Leben hat dort am vergangenen Samstag auf knapp 2,5 ha ehemaliger Weinbergsfläche umfangreiche Pflanzungen vorgenommen. Gepflanzt wurden unter anderem eine Streuobstwiese mit 25 Obstbäumen alter Sorten sowie hochstämmige heimische Laubbäume und über 100 heimische Sträucher von Rotem Hartriegel bis zu Wolligem Schneeball. Auch kann man hier nun seltene Arten wie den Speierling und die Wildbirne finden. Nach der Frostperiode werden auf den Flächen noch eine Wildkräutermischung und als Schutz in der ersten Vegetationsperiode Roggen angesät. 

"Wir betreten damit ein neues Terrain," erklärt Stiftungsvorstand Hans Steinbronn dazu, "das ist unsere erste Streuobstwiese. Das Aulheimer Tälchen ist ein echter ökologischer Schatz und die Versuchung, hier ein weiteres ökologisches Highlight zu setzen, war groß." Für die Auswahl der Pflanzen war wie bei allen Aufforstungen der Stiftung der Landschaftsarchitekt Rolf Raible in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde zuständig. Und ihn freut diese Fläche besonders. Denn ihm haben es nicht nur Bäume sondern auch die Fauna angetan. "Die Vogelwelt hier im Aulheimer Tälchen ist schon etwas ganz Besonderes. Schön, dass wir mit unserer Streuobstwiese hier noch mehr Lebensgrundlage für die Tiere schaffen konnten," freut sich Rolf Raible. Und so wurden für die Vögel - neben den Bäumen - schonmal 12 Nistkästen mit angebracht.  

Das Aulheimer Tälchen zählt zu den wertvollsten Biotopen Rheinhessens überhaupt. Es bietet eine Vielzahl selten gewordener Pflanzenarten und eine imposante Felstopografie. Auch die klimatischen Verhältnisse sind eine Besonderheit. Im ohnehin schon recht trockenen Rheinhessen herrscht in diesem Tal ein noch extremeres Trockenklima.

Das Aulheimer Tälchen liegt zwischen Uffhofen und Wendelsheim und nimmt seinen Anfang schräg gegenüber der Geistermühle. 

Die Stiftung Wald zum Leben nähert sich mit dieser Massnahme einer Rekordmarke. Zusammen mit den vorangegangenen Aufforstungen summiert sich nun das gesamte Wirken der Stiftung auf 9,5 ha Fläche. "Und wir werden die 10ha dieses Jahr noch durchbrechen," freut sich Stiftungsvorstand Hans Steinbronn. "Die Stiftung hat bereits zwei weitere Grundstücke gekauft - über ein anderes stehen wir in Verhandlung." Im Herbst wird es eine weitere Aufforstung geben. Dann ist die erste große Benchmark erreicht: 10 Hektar.